Freitag, 16. Februar 2018

Blumen der Liebe



Heute durfte Deniz Yücel das Gefängnis verlassen. Überall lese und höre ich, dass er frei ist.
Ist das so? Hier ist zu lesen, dass ein Gericht Anklage zulässt und der Staatsanwalt 18 Jahr Haft fordert.

Frei, das klingt so gerecht. Es wäre schön, wenn es so wäre.

Was es mit der Petersilie und der Colaflasche auf sich hat, steht hier beschrieben. Für Deniz Yücel und seine Frau Dilek sind es Blumen der Liebe.

Mich rührt das sehr. Alles.

Donnerstag, 15. Februar 2018

50 Kilometer Karneval



Eins steht fest: in meinem Karneval wird viel gelaufen. In diesem Jahr ca. 50 km in 4 Tagen. In meinem Karneval wird auch viel fotografiert. Nun frage ich mich allerdings: darf man am Tag nach Aschermittwoch eigentlich noch Karnevalsbilder posten? Oder verstößt das gegen die guten Sitten und das kölsche Grundgesetz?
Nun, ich bin spät dran - was vor allem daran liegt, dass ich zwei lange, laute, kalte und bunte Tage im Kundenauftrag sehr, sehr viele Fotos gemacht habe, die dann natürlich ganz flott fertig gemacht und verschickt werden mussten.
Aber wenn ich nun nicht mal mehr einen Post an Karneval schaffe, dann kann ich das mit dem Blog ja wirklich bald ganz sein lassen.

Eine Überlegung, die ohnehin seit langem beständig, wenn auch ohne Ergebnis oder gar Entscheidung, schwerelos durch mein Hirn wabert. Konsequent wäre das ja; einfach beenden, was ohnehin kaum noch stattfindet. Aber, herrje, ich bringe es nicht übers Herz.



An Weiberfastnacht bin ich also wie in jedem Jahr mit der Kamera losgelaufen - allerdings nicht wirklich überzeugt, dass ich weit kommen werde.
„Jetzt musst du springen“ heißt ein Lied von Element of Crime, und daran hab ich mich gehalten. Ich hab einfach bei dem leisesten Impuls, jemanden um ein Foto zu bitten, dem zaudern keine Chance gelassen und bin hin. So hab ich mich auf den ersten Metern eigentlich ganz passabel warmfotografiert.



Allerdings ist mir im weiteren Verlauf meines Spaziergangs das Kunststück geglückt mich durch menschenleere Strassen zu bewegen. Das muss mir erst mal einer nachmachen! Im engeren Umkreis der Kölner Innenstadt bin ich (an Karneval!) tatsächlich über nennenswerte Distanzen keinem Menschen begegnet, schon gar keinem im Kostüm.
Mit dem unguten Gefühl, dass mein fragiler Elan mir da in den öden Häuserschluchten womöglich abhanden kommt, habe ich die freie Zeit genutzt, um mir Vorhaltungen über meine idiotische Streckenwahl zu machen.



Irgendwann war ich natürlich wieder in karnevalistischer Umzingelung, und ich habe auch allerlei Fotos gemacht. Aber irgendwie war das alles Murks und so habe ich entschieden den falschen Ehrgeiz fahren zu lassen und zum Eigelstein zu wandern. Da veranstaltet mein Mann mit Freunden und einem seiner tollen Brüder nämlich seit Jahren eine inoffizielle Strassenparty, und die ist immer wirklich ganz famos.



Dieser Zirkus war bei der Party auch zugegen; in den Vorjahren übrigens schon mal als eine Herde Zebras und als Fahrstuhl.

„Am Eigelstein es Musik“ – Kölner wissen das natürlich, und ich hab tüchtig mitgetanzt und hie und da auch fotografiert. Das war sehr schön!






Unter der Eigelsteintorburg versammeln sich immer wieder Trommelgruppen, es hallt und donnert im Gewölbe, ich muss vor lauter Freude immer lachen. Karneval kann so schön sein!












So ein toller Räuber Hotzenplotz! Chapeau!



Am Samstag findet traditionell der Geisterzug statt. Jedes Jahr zieht er bei Dunkelheit durch ein anderes Viertel; diesmal ging es rechtsrheinisch durch Kalk. Im Geisterzug kann mitgehen wer will, und dieses Jahr war ich Teil einer Gruppe, die wollte. Wir haben uns sogar richtig gemeinsam vorbereitet, damit eine Art Gruppenkostüm entsteht; mit Bastelabend im Vorfeld und Schminktreffen am Nachmittag.



Mit der Bahn gings nach Kalk; dann zu Fuß zum Aufstellungsplatz. Alles noch ganz ungeisterlich am hellerlichten Tag.
In der schönen Unterführung hätte man ganz prima ein Gruppenfoto machen können, aber ich war zu langsam, die ersten unserer Gruppe waren schon zu weit weg. Schade.



Statt einer kunstvoll bemalten Wand war es dann eben Waschbeton als Hintergrund, bitteschön, passt irgendwie auch.












Aufgestellt haben wir uns neben den toten Funken. Vor lauter Ehrfurcht hab ich direkt die Schärfe versemmelt.









Auch Verblichene der Titanic haben sich beim Geisterzug eingefunden...



... und ein kronbekorkter Friedensengel aus dem Zwischenreich (?)












Bei Dunkelheit setzt sich der Zug in Bewegung, es ist ein Trommeln und Scheppern, dass es nur so kracht. Vor vielen Jahren haben Dickus und ich übrigens einen kleinen Geisterzug-Film gemacht; hier zu sehen. (Unser Erstlingswerk, bitte Nachsicht üben, ich freu mich aber immer noch drüber - und danke, danke, danke Natalia!!)

Wirklich weit bin ich nicht mitgegangen, weil ich für die beiden folgenden Tage fit sein musste; aber dabei sein ist ja alles.




Am Karnevals-Sonntag und Rosenmontag hab ich dann auf und bei einer Tribüne am Zugweg fotografiert. Aus den dabei entstandenen Bilderfluten hab ich nun zwei Bilder für den Blog ausgesucht; zum einen hat mich der Schnee fasziniert. Haben wir ja nicht so oft in Köln.



Diese Frau war Gast auf unserer Tribüne und ich finde sie hinreißend schön. Alaaf!